2025-10-01T16:38:32+02:00

Was macht eigentlich ein Internist? Aufgaben, Abläufe und Krankheitsbilder der Inneren Medizin

An kaum einem anderen Ort wie in der Medizin gibt es so viele Fachbegriffe. Von Anästhesisten über Dermatologen bis hin zu Internisten. Doch was macht eigentlich ein Internist? Wir bringen ein wenig Licht ins Dunkel und blicken hinter die Vorhänge der Inneren Medizin. In diesem Beitrag werden wir uns daher das Tätigkeitsfeld genauer anschauen und unseren Blick auch auf die Aufgaben, Abläufe und Krankheitsbilder richten, bevor wir daraus wichtige Erkenntnisse für den Alltag ziehen.

Internisten, die Profis der Inneren Medizin

Bis man sich Internist nennen kann, ist es ein langer Weg. Nach dem Medizinstudium fällt dafür eine mehrjährige Facharztausbildung in Innerer Medizin an. Nach in der Regel fünf bis sechs Jahren verfügt man dann über ein breites Wissen über die Funktionen und Erkrankungen der inneren Organe. Die Besonderheit der Inneren Medizin liegt dabei darin, dass nicht nur ein einzelnes Organ im Fokus steht, sondern das Zusammenspiel verschiedener Körpersysteme betrachtet wird. Internisten sind daher spezialisiert darauf, komplexe Krankheitsbilderzu erkennen, einzuordnen und umfassend zu behandeln.

Welche Organe untersucht ein Internist?

Ein Internist untersucht grundsätzlich alle inneren Organe, die sich thematisch mehreren medizinischen Fachbereichen zuordnen lassen. Dazu gehören:

Kardio- und Gefäßsysteme:

  • Herz (Kardiologie)
  • Blutgefäße und Kreislauf (Angiologie)

Atmungssystem (Pneumologie):

  • Lunge, Atemwege und Bronchien

Verdauungssystem (Gastroenterologie und Hepatologie):

  • Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase

Nieren und Harnwege (Nephrologie):

  • Krankheitsbilder und Diagnostik rund um die Niere und deren Funktion im Körper

Blut und blutbildende Organe:

  • Erkrankungen des Blutes (Hämatologie)
  • Diagnose, Behandlung und Prävention von Krebserkrankungen (Onkologie)

Hormondrüsen (Endokrinologie):

  • Schilddrüse, Nebenschilddrüse, etc.
  • Diabetes mellitus aller Typen
  • Erkrankungen der Hypophyse und Nebennieren
  • Osteoporose

Darüber hinaus befasst sich ein Internist mit dem Stoffwechsel- und Immunsystem, was bspw. Fehlfunktionen der Schilddrüse beinhaltet. Die Innere Medizin umfasst somit ein sehr breites Spektrum.

Was machen Internisten? Diese Erkrankungen werden behandelt

Internisten sind auf die Diagnose und Behandlung einer Vielzahl von Krankheitsbildern spezialisiert, welche die inneren Organe betreffen. Dabei reicht das Spektrum von akuten Beschwerden bis hin zu chronischen Leiden, die eine langfristige Betreuung erfordern. Je nach Erkrankung übernimmt der Internist die Abklärung von Symptomen, stellt eine Diagnose und koordiniert die weitere Behandlung. Im Folgenden haben wir einige typische Beispiele zusammengetragen:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Symptome: Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel
  • Typische Patienten:Menschen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder familiärer Vorbelastung
  • Beispielmaßnahmen des Internisten: EKG, Blutuntersuchungen, Blutdruckkontrolle, Überweisung an Kardiologen bei Bedarf

Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma):

  • Symptome: Husten, pfeifende Atmung
  • Typische Patienten: Raucher, Allergiker, Personen mit chronischen Atemwegsproblemen
  • Beispielmaßnahmen des Internisten: Lungenfunktionstests, Medikamenteneinstellung, Beratung zur Lebensstiländerung

Erkrankungen des Verdauungstrakts (z. B. Gastritis, Reizdarm, Lebererkrankungen):

  • Symptome: Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
  • Typische Patienten: Menschen mit unklaren Magen-Darm-Beschwerden oder Vorerkrankungen
  • Beispielmaßnahmen des Internisten: Ultraschalluntersuchung, Blutwerte, ggf. Überweisung zur Endoskopie

Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus):

  • Symptome: Müdigkeit, starker Durst, Gewichtsveränderungen
  • Typische Patienten: Erwachsene mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder familiärer Belastung
  • Beispielmaßnahmen des Internisten: Blutzuckermessung, Langzeitbetreuung, Ernährungsberatung, Medikamenteneinstellung

Erkrankungen des Blutes und Immunsystems (z. B. Anämie, Autoimmunerkrankungen):

  • Symptome: Blässe, Abgeschlagenheit, häufige Infekte
  • Typische Patienten: Menschen mit unklarer Schwäche oder chronischen Erkrankungen
  • Beispielmaßnahmen des Internisten: Blutanalysen, Diagnoseabsicherung, ggf. Zusammenarbeit mit Hämatologen

Erkrankungen der Nebenniere (z. B. Morbus Addison)

  • Symptome: Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, niedriger Blutdruck, dunkle Hautpigmentierung, Übelkeit, Erbrechen, häufige Kreislaufprobleme
  • Typische Patienten: Personen mit unklarer chronischer Schwäche, Gewichtsverlust oder Blutdruckabfall, oft mit unspezifischen Beschwerden über Wochen bis Monate
  • Beispielmaßnahmen eines Endokrinologen: Anamnese und körperliche Untersuchung, Therapie mit Hormonersatz, Bildgebende Diagnostik (z.B. MRT der Nebennieren), Blutanalysen

Dadurch, dass die Innere Medizin Organe nicht nur isoliert betrachtet, sondern die Abläufe ganzheitlich untersucht, gibt es als Internist viele Überschneidungen mit den Fachgebieten anderer Ärzte. Welcher Fachmediziner der richtige für die Krankheit ist, sollte vom Hausarzt evaluiert werden.

Stetokskop liegt zusammen mit einem Kugelschreiber auf einem Blatt Papier

Foto von Pixabay auf Pexels

Wann ist der Besuch eines Internisten ratsam?

Wer einen Internisten in seiner Nähe aufsuchen möchte, sollte zunächst beim Hausarzt nach einer Empfehlung fragen – insbesondere, wenn eine Überweisung erforderlich ist. Zusätzlich bieten Online-Arztsuchportale, die Webseiten der Ärztekammer oder die Krankenkassenübersicht hilfreiche Informationen zu Fachärzten in der Umgebung.

Dabei spielen Faktoren wie weitere Spezialisierungen,Erreichbarkeit, Wartezeiten sowie persönliche Empfehlungen aus dem Umfeld eine Rolle. Wer beispielweise in Salzburg Stadt einen Internisten sucht, kann auf eine gute Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel setzen. Im ländlichen Raum ist nicht nur die Dichte an Fachärzten geringer, sondern auch die Erreichbarkeit von größeren Distanzen geprägt.

Bei der Arztwahl geht es aber nicht nur um akute Probleme, sondern auch um Vorsorge und die Betreuung chronischer Erkrankungen. Folgende Situationen sprechen für einen Termin beim Internisten:

  • Bei unklaren Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen oder Atemnot.
  • Bei akuten Symptomen wie Brustschmerzen, plötzlichem Herzrasen oder starken Kreislaufproblemen.
  • Zur Abklärung chronischer Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Asthma.
  • Für Vorsorgeuntersuchungen, etwa zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen.
  • Auf Überweisung durch den Hausarzt, wenn eine weiterführende Diagnostik notwendig ist.

Ein Internist hilft also nicht nur bei akuten Erkrankungen, sondern übernimmt auch eine wichtige Rolle in der langfristigen Gesundheitsvorsorge.

So oft sollte man einen Internisten aufsuchen

Ob ein regelmäßiger Besuch beim Internisten notwendig ist, hängt stark von der individuellen Gesundheitssituation ab. Grundsätzlich übernimmt der Hausarzt in Österreich und Deutschland die routinemäßigen Gesundheitschecks. Ein Termin beim Internisten ist daher in erster Linie bei konkreten Beschwerden oder auf Überweisung durch den Hausarzt vorgesehen.

Für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden kann eine regelmäßige Betreuung durch den Internisten sinnvoll sein, um den Krankheitsverlauf zu kontrollieren und die Therapie anzupassen. Für gesunde Personen ohne Risikofaktoren reicht es dagegen meist aus, nur bei Bedarf oder auffälligen Symptomen einen Termin zu vereinbaren.

Vielseitigkeit und Zusammenarbeit in der Inneren Medizin

Der Beruf von Internisten ist äußerst vielseitig: Von der Untersuchung der inneren Organe über die Behandlung komplexer Krankheitsbilder bis hin zur langfristigen Betreuung chronischer Patienten deckt er ein breites medizinisches Feld ab. Dabei arbeiten die Ärzte der Inneren Medizin eng mit anderen Fachrichtungen wie Kardiologie, Gastroenterologie oder Endokrinologie zusammen, um eine ganzheitliche Versorgung sicherzustellen. Für Patienten bedeutet das, bei unklaren Beschwerden oder chronischen Erkrankungen die eigenen Schritte bewusst zu planen – zuerst den Hausarzt zu konsultieren und anschließend, falls nötig, den passenden Internisten aufzusuchen. So entsteht ein abgestimmter Weg, der eine individuelle und umfassende medizinische Betreuung ermöglicht.

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